Montag 26th März 2012

by Ralf Schubert

Jrmina: Montag UTC 14.00 Uhr Der Sonntag beginnt mit allerletzten Arbeiten, für die wir Internet brauchen (z.B. Blogbericht aufschalten uam.) und dem Abschiednehmen. Gibril bringt uns das letzte Mal frisches Brot. Wir fruehstuecken mit ihm zusammen und verabschieden uns auch von den anderen Seglern – wer weiss, wo und ob wir uns wiedersehen. Gambia laesst uns denn auch ungern wegfahren. Nach Banjul muessen wir genau gegen 20 KT Wind an(fast 40 kmh), um aus dem untiefen und mit Wracks durchsetzten Wasser rauszukommen. Wenigstens hilft die Stroemung. Kaum ist es dunkel, machen wir keine Vorwaertsfahrt mehr, die Red Harlekin wird von der Stroemung weggeschoben – irgendetwas mit dem Propeller? Und wie. Ein Fischernetz haengt drin. Mit Messer und Mueh und Not befreit Erwin den Propeller wieder. Keine 15 Minuten spaeter, wir sehen Fischer in der Naehe mit Leuchten, sonst aber rein gar nichts in der total dunklen Nacht, ein kurzes Stottern unseres Motors und er stellt seine Arbeit abrupt ein. Diesmal ist die Arbeit noch schwieriger. Segel raus, damit wir nicht total abdriften. Ein grosses Netz ist voellig in der Schraube aufgewickelt. Zum Glueck koennen wir unsere Schraube hochnehmen, aber auch so ist es sehr muehsam, uns vom Netz zu befreien. Unsere noch nicht vorhandene Seefestigkeit wird auf eine harte Probe gestellt. Ziemlich strapaziert und laediert, wird die Nacht fuer uns ruhiger nach der Kursaenderung im freien Wasser und dem Segel setzen. Fruestueck gibt es heute Montag keines. Unsere Maegen kaempfen immer noch mit den Wellen. Eine leichte Brise von Nordwest laesst uns langsam dahinsegeln. Wir ruhen uns aus, sind sehr schlafbeduerftig. Hoffentlich schlaeft der Wind nicht auch noch ganz ein……..

Erwin: Gut 24 Stunden unterwegs. 87 Seemeeilen hinter uns. Im Moment kaum Wind. Fahrt durchs Wasser 1.5 Knoten. Doch auch der Strom hat für einmal Erbarmen, er schiebt und um weitere 1.5 Knoten. Hochgerechnet; noch 1560 Seemeilen ergibt 520 Stunden bis Jacare, das waeren ja rund 45 Tage! Ueber Ruhe koennen wir uns also so nicht beklagen und Essen an Bord haetten wir ja genug (speziell da wir ja noch nicht viel zu uns genommen haben! Wir werden ja sehen, und Zeit haben wir.

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190 Responses to “Atlantik Tag 02”

  1. Laura Calabrese sagt:

    Hoi mitänand
    Uii da bini ja gschpannt we lang aser ez würgli händ für diä ganz Überfahrt!! Aber ha wiedermal dänggt ihr sind schu veruggti ccheibä 😉 Wünsch üch gnuäg wind ases gand richtig isch und guäti Mägä daser doch au mal hinder üchers Ässä chänd!!
    Vill Glügg!!!

  2. Christoph Meier sagt:

    Liebe Jrmina, lieber Erwin
    Ich fiebere mit und verfolge mit Spannung (und mit einer gewissen Wehmut) Euren grossen Sprung über den Atlantik. Hoffern wir, dass für den Rest der Reise nun alle Fischernetze ausser Kurs liegen und sich bei Euch auch der Appetit so langsam wieder zurück meldet! Ich drücke heftig die Daumen!

    Mast und Schotbruch … die Handbreit Wasser unter den Kielen sollte abseits der Flussläufe Gambias jetzt ja kein Problem mehr sein!!
    Herzlicher Gruss
    Christoph

  3. Beat Knoll sagt:

    Liebe Jrmina und Erwin
    ich verfolge eure Reise mit grossem Interesse. Jetzt da ihr zum Sprung über den grossen Teich angesetzt habt wünsche ich euch alles Gute und fair winds. Geht das jetzt alles über Paktor?
    Lieben Gruss
    Beat Knoll