Sonntag 8th April 2012

by Ralf Schubert

Ostersonntag, 8.4.

Jrmina Reich beschenkt ziehen wir von dannen. Nicht nur die sehr nette Begegnung mit den drei jungen brasilianischen Forschern Fernanda, Leandro und Igor hat uns beeindruckt, wir wurden auch noch versorgt mit frischen Fruechten, Gemuesen und Fisch. Doch bevor wir unsere Leine vom Fischerboot loesen, moechten wir noch unser Mail (Reisebericht) versenden. Aber das Funkfenster fuer den Pactorbetrieb ueber die Schweiz ist angesichts der Zeit (Sonnenstand Schweiz) schon zu. Die Nacht verlaeuft mit sehr wechselnden Windverhaeltnissen. Viele Dreher und die Staerken variieren ebenso. Unser Kurs zu dem Archipel von Fernando do Noronha liegt relativ hoch am Wind – der Wind hat auf Suedost bis Suedsuedost gedreht, unsere Destination hat Kurs 213 Grad, also Suedwesten. Somit sind wir diese Nacht etwas mehr mit der Segelei beschaeftigt, verkleinern oder vergroessern wieder unsere Segelflaechen diverse Male. Aufs Ostereier suchen verzichten wir heute, nicht aber aufs Fruehstuecksei. Zur Abwechslung gibt es auch wieder mal frisch gebackenes Brot aus der heimischen Baeckerei, also ein richtiges Ostersonntag Zmorge. Um UTC 12.40 ist es dann soweit, der gespannt erwartete Moment ist da, wir ueberqueren den Aequator. Auf dem Navigationsgeraet wechselt die Breitenangabe auf Sued, wir stossen an, das wars. Das Wetter bleibt gleich freundlich, die Winde sind immer noch moderat und auch die Wellen schaukeln uns weiterhin wie gehabt. Erwin Fuer mich hatte diese Insel auch noch nebenbei ein weiteres Vergnuegen, denn ein Funksignal absetzen zu koennen von der Insel Peter und Paul, mit Rufpraefix PY0S ist nicht ganz selbstverstaendlich und ermoeglicht Amateurfunkern auf der ganzen Welt dieses „Land“ Peter und Paul ihre Sammlung fuer erfolgreiche QSO in aller Welt Laender zu vervollstaendigen. Auf Grund der zu erwartenden guenstigen Segelbedingungen und den nicht optimalen Liegebedingungen für das Schiff, wollten wir jedoch weiter. Noch haben wir bis Fernando do Noronha ein wenig mehr als 300 Seemeilen hinter uns zu bringen. Ein in der Nacht auftretendes Geraeusch am Mastfuss laesst uns schlussendlich endgueltig die Segelflaechen verkleinern. Eigentlich schade, denn fuer unsere Red Harlekin scheinen unsere Winde hier von 15 bis 25 Knoten Staerke eigentlich ideal für ein gutes Vorwaertskommen zu sein aber bereits diese Winde lassen eine volle Besegelung nicht mehr zu. So waehlen wir den sicheren Weg – lieber langsamer mit Mast nach Jacare als schneller und dabei vielleicht auf halben Weg einen Mastschaden welcher uns zu noch mehr Langsamkeit verdammt. Langsamkeit hat auch Vorteile, es haelt uns laenger auf hoher See und hier gefaellt es uns noch immer.

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