Montag 9th April 2012

by Ralf Schubert

Montag, 9.4.2012

Jrmina Wie eine Fata Morgana taucht sie aus dichtem Wolken verhangenem Himmel auf, ein Frachtschiff, die MS Bach. Sie scheint weit entfernt an uns vorbeifahren. Minuten spaeter ein zufaelliger Blick ueber den Bug, nein doch nicht. Sie ist jetzt sehr nahe und scheint ca. 500 Meter hinter uns durchzugehen. Wir werfen einen Blick auf das AIS und rufen das Schiff auf. Eine freundliche Stimme antwortet und fragt uns, ob wir „assistance“ braeuchten. Nett, aber nein danke, bei uns ist alles bestens. Mit einem sonoren, wohlklingenden Hornklang begruesst und verabschiedet sie sich, faehrt weiter Richtung Mittelmeer. Uns auf dem Schiff bewegen ist momentan eine echte Herausforderung an das Balancegefuehl. Alles muss sicher deponiert werden, sonst huepft oder rutscht es unweigerlich davon. Der Wind und die Duenung machen einen richtigen Wellencocktail….einer zum Trinken waere uns lieber, aber so richten wir uns dementsprechend ein. Mit unserer reduzierten Segelflaeche geht es langsam weiter. So halten sich die seltsamen und ungemuetlichen Geraeusche vom Mastfuss her kommend im Rahmen, das Rigg wird weniger belastet. Gleichzeitig ist es auch entspannteres Segeln. Die Windstaerken Zunahme passiert bei den Squalls in Sekundenschnelle von fast null auf meist ca. 25, selten 30 Knoten. Zum Reffen bliebe da wenig Zeit. Das Wellenbild wird nicht veraendert, aber deutlich angenehmer, da wir mit hoeherer Geschwindigkeit durchfahren. Die Squalls bringen uns trotzdem zum Schwitzen. Das ganze Cockpit muss zugemacht werden. Kein Regen drin, dadurch aber natuerlich auch keine angenehme Luftbrise mehr. Und das bei einer Lufttemperatur von ueber 30° und einer Luftfeuchtigkeit von teilweise ueber 80%! Die Temperaturen sinken auch nachts nicht mehr unter 25°, die warmen Kleider brauchen wir schon seit einigen Naechten nicht mehr.

Erwin Gestern Nacht gab es Tunafisch (von Peter und Paul) in Folie mit Backofen zu bereitet, dazu ein wuerziges Risotto. Nur der Wein fehlte – bei Nachtarbeit sollte man ja auch keinen Alkohol zu sich nehmen, zudem ist Regenwasser ebenfalls geniessbar und in dieser Nacht auch reichlich vorhanden.

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