Dienstag 10th April 2012

by Ralf Schubert

Dienstag 10.4.2012 UTC: 13.00; Zeit Schweiz: 15.00; Zeit Brazil: 10.00

Erwin Noch etwa 150 Seemeilen bis Fernando do Noronha. Wir versuchen den Kompromis zwischen wenig Bealstung fuer den Mast bei maximal moeglicher Geschwindigkeit mit idealem und angenehmen Kurs durch die Wellen und Duenung aber auch mit einer Sicherheitsmarche im Hinblick, die Insel sicher mit raeumlichem oder halben Winden und Segelstellungen jederzeit sicher zu erreichen. Nicht ganz einfach, denn noch immer drehen die Winde um mehrere Gradzehnte. Aber postiv ist schon mal, dass wir die letzten Stunden immer Windstaerken von 15 und 20 Knoten verzeichnen konnten und somit doch noch Tages-Etmals von 60 bis 70 Seemeilen zuruecklegen. Allerdings auf Mittwoch sind schwaechere Winde angesagt, doch heute ist ja erst Dienstag ! Auch in der letzten Nacht gab es wieder Squalls, einer jedoch wollte es wissen. Der Wind starb fast gaenzlich, 4-5 Knoten, das Schiff verlangsamte bis fast auf Null, es war stockdunkel, kein Mond zu sehen. dann ploetzlich wieder action, Windzunahme auf 25 und dann auf 30 Knoten. Die Red harlekin schoss vorwaerts, nahm Fahrt auf, der Regen begann heftig aufs Deck nieder zu schmettern, und es schien, als ob keine Welle mehr die Harlekin vor einer Rauschfahrt stoppen konnte. Mit 2 Reff im Grosssegel und halb eingerollter Genua, eine Schussfahrt durch eine stockdunkle Nacht. Es war faszinierend und haetten wir nicht immer unseren Patienten „mast“ im Hinterkopf, waere diese Fahrt besser zu geniessen gewesen. So aber, raus in den Regen und eine Verkleinerung der Genua vornehmen. Bei heftigen Winden machen wir dies zu zweit. Eigentlich alles Routine, doch dieses mal hat sich die im Luv (Windzugewandte Seite) befindliche Genuaschot selbststaendig gemacht (wo war der dagegen vorgesehene Achterknopf ?) und kam bei diesen Windstaerken im Lee (Windabgelegene Seite) ins Hin- und herschlagen. Gluecklicherweise verfing sie an der Leeseitigen Schot, wickelte sich zig-Mal herum und konnte aber dadurch auch leichter wieder gepackt, entzurrt und gesichert werden. Eine perfekte Nachtdusche war mir da wieder einmal gegönnt. Anschliessend beruhigte sich auch die Windsituation ein wenig, die nachfolgende Squalls waren leicht hin zu nehmen und verhalfen uns auch wieder Meilen an unser Ziel naeher zu kommen, nur noch einmal musste der schlafende Partner geweckt werden um benötigte Segelkorrekturen gemeinsam durchzuführen.

Jrmina Ich dusche lieber ohne Action…….. Noch etwas zu unserem Wachrythmus. Erwin hat ihn ja schon beschrieben bei der Ueberfahrt auf die Kapverden (Tag 9). Wir behalten ihn immer noch so bei, er entspricht uns sehr. Seit wir von Gambia abgelegt und uns aus der Fischereizone entfernt haben sind nur noch Frachtschiffe unterwegs, alle ausgestattet mit AIS. Das erlaubt uns bei steten Winden die Naechte sehr ruhig zu nehmen, die Eieruhr wird je nachdem bis zu 50 Minuten eingestellt. Einzig das Durchfahren der Schifffahrtsstrassen erfordert mehr Aufmerksamkeit und jetzt halt eben diese vielen Squalls. So halten wir momentan auch einen kurzen Mittagsschlaf, damit wir die etwas „strengeren“ Naechte kompensieren koennen.

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