Montag 16th April 2012

by Ralf Schubert

Montag, 16.4.2012

Erwin Die offene See des Atlantik hat uns wieder. Gestern war der perfekte regnerische Sonntag. Regelmässig entluden die Wolken ihr Nass in sehr intensiver Weise, ohne grossen „Wind zu verursachen“. Für uns ergab sich ein Sonntag Morgen, so richtig zum Ausschlafen. Seit Samstag Nacht lag unser Schiff quer zur Atlantik Duenung. Manche moegen es nicht, wenn dann das Schiff auf diesen Wasserhuegeln seitlich auf und abrollt, uns aber stoerte es in diesen Momenten nicht, zu sanft waren seine Bewegungen. Und so ergab es sich, dass an diesem Sonntag Morgen, das Prasseln des Regens auf dem Dach, das Hin- und Herwiegen der Red Harlekin auf der langen Duenung, das Licht, von der See und den Wolken in eine Art grau-gruenen Ton umgewandelt, das Ufer nur unscharf im Dunst oder durch den Regenschleier zu erkennen – es perfekt war, einfach in der Koje liegen zu bleiben. Auch die Wetterprognose bestaetigten diesen Entschluss – Wind gibt es erst wieder nach Mitternacht, also in den ersten Stunden des Montags. Spaeter regte dann der Duft eines frisch gebackenen Brotes zu einem Brunch an. Nichtstun, ein wenig Lesen, Pactorversuche und hinaus aufs Meer schauen, in den Regentropfentanz auf dem Wasser sich hinein traeumen, eine Brasilianische Zigarre zu degustieren, dies alles war bis zum Abend noch angesagt. Auch der praktische Teil, unser Beiboot, hinten am Schiff haengend musste mehrere Male vom Regenwasser entleert werden, dann das spaetere Verzurren fuer die bevorstehende Ueberfahrt, das allgemeine Schiff klarmachen, die Wetterprognosen nochmals begutachten, Kurse festlegen – All dies konnte dem Sonntag das Wort Ruhetag nicht mehr streitig machen. Wie wird wohl das naechste Brasilien ausschauen ? Auf der Insel hatten wir nur nette, freundliche und aufgestellte Leute erlebt, Nachts umherspazieren war dort ueblich und risikolos, das Inselleben war nicht hektisch – aber das Leben dort war teuer, auch für die Inselbewohner selbst. Und auf dem Festland ? Bald wissen wir es.

Jrmina Totale Flaute, der Wind soll erst um Mitternacht auffrischen. Abendessen und ein Nickerchen am Ankerplatz lohnen noch allemal. Damit wir den Wind und somit das Abfahren nicht verpassen, lassen wir uns ueber den bei 10 Knoten gesetzten Windalarm wecken. Er ertoent kurz vor 23.00 Uhr. Der Himmel ist immer noch bedeckt, die Nacht stockdunkel. Dank der eingeplanten Wegpunkte ist es ein leichtes, die Insel und damit auch die geschuetzte Nationalparkzone in ausreichender Distanz zu passieren. Der Wind kommt aus Ostsuedost, wir koennten den direkten Kurs von 220 Grad nach Cabedelo segeln, vorsichtshalber und etwaige Winddreher einberechnet, koennen wir sogar ein bischen vorhalten, schaffen uns dadurch eine Reserve, damit wir am Schluss nicht gegenan muessen. Gegen Morgen machen die Wolken einem wunderschoenen Sternenhimmel Platz. Ziemlich kontinuierliche Winde, eine nicht zu grobe Welle, Sonnenschein und angenehme Temperaturen machen das Segeln heute Vormittag zu einem wahren Vergnuegen. Der Montag, ein erfreulicher Wochenbeginn. Arbeitsbeginn ?!

· · · ◊ ◊ ◊ · · ·